Achtsamkeit und Mitgefühl in Zeiten der Corona-Krise

Wir alle sind in diesen turbulenten Zeiten mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Wir erleben rasante und unvorhersehbare Entwicklungen in der Welt und in unserem Leben, die wir nur in begrenztem Ausmaß beeinflussen können. Wir erleben Wellen von Angst und Verunsicherung, von sorgenvollen Gedanken, die um unsere Gesundheit oder die Gesundheit unserer Liebsten kreisen oder um unsere berufliche Existenz.

Gerade jetzt können Achtsamkeit und (Selbst-) Mitgefühl uns dabei unterstützen, mit unseren Gedanken, Gefühlen und den Aufgaben, die das Leben uns stellt auf warmherzige und hilfreiche Weise in Kontakt zu sein. Der gegenwärtige Augenblick kann uns in Zeiten wie diesen – mehr denn je – ein rettender Anker sein und uns innere Stabilität schenken.

Unsere Aufmerksamkeit auf diesen Moment zu richten, hilft, uns bewusst zu machen, dass wir jetzt zum Beispiel in einem warmen Zimmer sitzen, geliebten Menschen oder unserem Haustier nahe sind, dass die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, dass wir das Gemüse für ein leckeres Essen schneiden, uns sorgsam die Hände waschen und dass wir in diesem Moment eigentlich sicher sind und ausruhen dürfen.

Ebenso unterstützt uns die Achtsamkeit dabei, mit unserem inneren Erleben auf freundliche und heilsame Weise in Beziehung zu sein. Wir lernen zu bemerken, wie mit Angst erfüllte Momente des Herzens und des Geistes kommen und wieder gehen. Wir bemerken ebenso Zeiten, in denen wir Ruhe, Vertrauen oder gar Zuversicht erleben. Wir können Dankbarkeit und Wertschätzung kultivieren für das Gute, das es in unserem Leben gibt und gegeben hat und können unser Herz und unsere Augen für die Bedürfnisse unserer Mitwesen öffnen und ihnen – so, wie es uns gerade möglich ist - hilfreich zur Seite stehen.

 

Du bist der Himmel. Alles andere ist einfach nur Wetter.
(Pema Chödrön)

 

Achtsamkeit lehrt uns, Gedanken und Gefühle nicht so persönlich zu nehmen, sondern sie als sich ständig wandelnde Wetterzustände am Himmel unseres Gewahrseins zu betrachten. Dies schenkt uns mehr innere Weite und Ruhe, wonach wir uns vermutlich alle (nicht erst jetzt) zutiefst sehnen.

Gemeinsam neue Wege gehen

Neue Wege zu finden und zu beschreiten, ist sicher eine der Aufgaben, die das Leben uns allen jetzt stellt. Daher beschäftige ich mich gerade intensiv mit den Möglichkeiten des Online-Unterrichts mit dem Videotool „Zoom“. Es schenkt uns in Zeiten von „social distancing“ neue Möglichkeiten miteinander in Verbindung zu sein, zu teilen was uns bewegt und hilfreiche Impulse zum Umgang mit der Situation zu erhalten.

Vielleicht weckt die Vorstellung von „Video-Konferenzen“ gerade Unbehagen in Ihnen. Wenn das so ist, kann ich Ihnen versichern, dass Sie damit nicht alleine sind. Ich nutze „Zoom“ schon seit einiger Zeit für Supervision und erinnere mich sehr deutlich an meine anfängliche Zurückhaltung. Mit der Zeit habe ich diese Möglichkeit von Kontakt über jegliche räumliche Entfernung hinweg jedoch sehr schätzen gelernt.

Einige Achtsamkeits-KollegInnen haben mir berichtet, dass sie ihre laufenden MBSR- und Yoga-Kurse bereits ganz zu Beginn des Kontaktverbotes mutig (!) auf „Online“ umgestellt und die Teilnehmenden tatkräftig bei dem Umgang mit der Technik unterstützt haben. Und die (ebenfalls mutigen :-)) Teilnehmenden haben - trotz anfänglicher Skepsis - festgestellt, dass ihnen die gemeinsamen Online-Video-Treffen viel mehr Verbundenhet und Zuversicht geschenkt haben als erwartet und baten um Ausweitung dieses Angebotes!

Und so lade ich Sie (und natürlich auch mich selbst) zu einem mutigen und beherzten Umgang mit den neuen Lebensumständen – inklusive der Technik – ein! Wir alle erkunden gerade neue und zunächst einmal unvertraute Wege. Und es ist okay, dass sie sich unvertraut anfühlen! Wie könnte es denn auch anders sein?

Und das Schöne ist: Sie sind nicht alleine mit der vielleicht noch ganz unvertrauten Technik! Gerne biete ich Ihnen an, dass wir uns vor Kursbeginn, wenn klar ist, dass zumindest der Beginn des Kurses Online stattinden muss, für eine "Online-Test-Sitzung" verabreden und alles gemeinsam ausprobieren.

Und wenn Sie dies alles jetzt lesen und denken "Video-Konferenz?? Das ist mir viel zu nah am Tagesgeschäft!", möchte ich auch Sie einladen, sich überraschen zu lassen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Erfahrung oft ganz anders ist, als wir zunächst dachten.

 

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.
(Chinesisches Sprichwort)

 

Auch mich haben die aktuellen Ereignisse in den letzten Wochen zunächst in eine Art „Schockstarre“ versetzt. Nachdem jetzt mehr Ruhe und Zuversicht eingekehrt sind, habe ich mich dafür entschieden, „Windmühlen zu bauen“ und diese Krise als Chance für Wachstum und Entwicklung in meinem eigenen Leben und in Bezug auf unsere globale Gemeinschaft zu begreifen. Und dieser Entschluss schenkt mir neue Energie und lässt mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

MBSR und MBCL Online Kurse

Meine MBSR und MBCL 8-Wochen-Kurse werden wie geplant stattfinden!
Vielleicht „Online mit Videokonferenzen“ und dann zum Beispiel mit einem Präsenz-Achtsamkeitstag in der Zeit nach Corona (quasi als „follow-up“), oder eben wie geplant „in vivo“ mit uns allen in den Räumen des Aurum Cordis.

Bitte melden Sie sich telefonisch oder per E-Mail bei mir, wenn Sie Fragen haben, unsicher mit der Technik sind oder einen Termin für ein Vorgespräch via Telefon oder „Zoom“ vereinbaren möchten.

Anerkennung durch die Krankenkassen

Der Berufsverband der Achtsamkeitslehrenden ist bereits mit der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) der gesetzlichen Krankenkassen darüber im Gespräch gewesen, ob Online MBSR-Kurse (also video-basierte Kurse mit anwesender MBSR-LehrerIn) im Rahmen der Primärprävention bezuschusst werden. Inzwischen liegt die Zustimmung der Zentralen Prüfstelle Prävention vor, so dass einer Bezuschussung nichts mehr im Wege steht. (Stand 27. März 2020)