
MBCL zur Burnout-Prävention: Wie Mitgefühl pflegende Angehörige stärkt
Menschen, die für andere sorgen, merken oft erst sehr spät, wie erschöpft sie selbst sind.
Es gibt immer noch etwas zu tun. Noch ein Gespräch. Noch ein Telefonat. Noch eine Aufgabe. Noch jemand, der oder die Unterstützung braucht.
Gerade pflegende Angehörige kennen solche Situationen: Die Stimmen der eigenen Bedürfnisse werden leiser, während die der Verantwortung immer lauter wird. Pausen? Bewegung? Schlaf? Gesundes Essen? Zeit mit Freundinnen oder Freunden? Diese Dinge rücken dann oft nach hinten. Nicht, weil sie unwichtig wären. Sondern weil gerade etwas anderes noch dringlicher erscheint.
Besonders belastend ist diese Situation, wenn ein geliebter Mensch schwer krank ist und am Ende seines Lebens Begleitung braucht. In einer solchen Situation geht es neben ganz praktischer Hilfe auch darum, sich innerlich zu verabschieden, um Angst, Traurigkeit, Liebe, Hilflosigkeit. Und um die Frage: Wie kann ich für dich da sein, ohne den Kontakt zu mir selbst zu verlieren?
Bei uns in Deutschland werden Menschen, die schwer krank sind und nicht mehr zuhause behandelt werden können, häufig auf einer Palliativstation im Krankenhaus versorgt. Dort übernehmen Pflegefachkräfte viele der pflegerischen Aufgaben – zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege, beim Essen, beim Toilettengang oder bei der Gabe von Medikamenten. Die Angehörigen können so entlastet werden und haben mehr Raum, einfach da zu sein: die Hand zu halten, etwas zu trinken anzureichen, ihre Lippen anzufeuchten, zuzuhören oder einfach still bei ihnen zu sitzen.
In anderen kulturellen Kontexten und Gesundheitssystemen ist das anders. In der Türkei zum Beispiel übernehmen Angehörige häufig nicht nur die emotionale Begleitung, sondern auch noch einen großen Teil der Grundpflege schwerkranker Familienmitglieder. Und das oft neben dem eigenen Familienalltag.
Viele dieser Angehörigen sind Frauen. Sie sorgen für Kinder, Partner*innen, Eltern oder andere Familienmitglieder –und begleiten zusätzlich einen schwerkranken Menschen auf der Palliativstation. Ein Arbeitspensum, das auf Dauer selbst stabile und psychisch gesunde Menschen an den Rand ihrer Kräfte bringen kann.
Kann das Mitgefühlstraining MBCL Menschen in einer solch herausfordernden Situation unterstützen? Kann es ihnen helfen, nicht auszubrennen, obwohl die äußere Belastung groß bleibt?
Genau dieser Frage ist ein türkisches Forschungsteam um Dilek Kılıç von der Atatürk-Universität in Erzurum nachgegangen. In einer randomisierten kontrollierten Studie untersuchten die Forschenden, ob MBCL Burnout-Symptome und Pflegebelastung bei pflegenden Angehörigen von Palliativpatient*innen verringern kann.
Ich freue mich, Ihnen diese Studie vorzustellen. Lassen Sie uns aber zunächst auf das Thema Burnout schauen – und darauf, warum Selbstmitgefühl gerade für Menschen, die viel für andere da sind, so wichtig ist.
→ Wenn Sie noch nicht vertraut mit MBCL sind, finden Sie hier eine Einführung in das MBCL-Mitgefühlstraining.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Burnout?
2. Typische Burnout-Symptome
3. Burnout ist nicht nur ein Job-Thema
4. Warum Fürsorge für andere erschöpfen kann: Von Empathie zu empathischem Stress
5. Wie Achtsamkeit und Mitgefühl vor dem Ausbrennen schützen können
6. Studie: MBCL hilft pflegenden Angehörigen in der Palliativversorgung
7. Was bedeuten die Ergebnisse?
8. Fazit: Selbstmitgefühl ist kein Luxus
9. Häufige Fragen
Was ist Burnout?
Burnout bedeutet wörtlich: Ausbrennen.
Gemeint ist ein Zustand tiefer und anhaltender körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Er entsteht meist nach einer längeren Zeit chronischer Überlastung, in der ein Mensch immer weiter funktioniert - bis die eigenen Kräfte irgendwann nicht mehr ausreichen.
Burnout ist keine eigenständige medizinische Diagnose wie zum Beispiel eine Depression. Die Weltgesundheitsorganisation WHO beschreibt Burnout in ihrem aktuellen Diagnosesystem ICD-11 als ein Phänomen, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz entsteht, der von einem Menschen nicht erfolgreich bewältigt wurde.
Gleichzeitig wird in der Fachwelt und im Alltag häufig weiter gefasst über Burnout gesprochen. Denn auch unbezahlte Care-Arbeit, die Pflege von Angehörigen, Erziehung von Kindern, soziale Verantwortung oder eine andauernde Doppel- und Dreifachbelastung können Menschen tief erschöpfen.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) – die größte deutsche Fachgesellschaft für psychische Gesundheit – beschreibt Burnout in ihrem Positionspapier inzwischen differenziert als Prozess- und Risikozustand in Zusammenhang mit anhaltender Stressbelastung.
Wichtig ist daher: Burnout beschreibt nicht einfach „viel Stress“. Burnout beschreibt eine Erschöpfung, die tiefer geht - und die sich nicht mehr durch ein freies Wochenende oder ein paar Tage Urlaub auflösen lässt.
Typische Burnout-Symptome
Burnout zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Dennoch werden meist drei Kernbereiche beschrieben.
1. Tiefe Erschöpfung
Menschen mit Burnout fühlen sich ausgelaugt, leer und müde. Diese Erschöpfung betrifft nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre Gefühle und ihren Geist.
Oft sagen Betroffene Sätze wie:
Ich kann einfach nicht mehr.
Ich bin immer müde, egal wie viel ich schlafe.
Alles ist zu viel.
Ich funktioniere nur noch.
2. Innere Distanz und Rückzug
Wenn die Überlastung anhält, ziehen sich viele Menschen innerlich zurück. Sie verlieren die Freude an ihrer Tätigkeit, werden reizbarer oder zynischer und fühlen sich anderen Menschen gegenüber zunehmend taub.
Gerade für Menschen in helfenden Berufen oder in der Angehörigenpflege kann das sehr schmerzhaft sein. Sie wollen eigentlich zugewandt bleiben – bemerken aber, dass sich ihr Herz schützt, indem es "dichtmacht".
3. Gefühl verringerter Wirksamkeit
Viele Betroffene zweifeln zunehmend an sich. Sie haben das Gefühl, nicht mehr genug leisten zu können, Fehler zu machen oder ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein.
Das kann natürlich zu Scham und Selbstkritik führen:
Ich müsste das doch besser schaffen.
Andere bekommen das doch auch hin.
Ich darf jetzt nicht ausfallen.
Gerade dieser innere Druck kann den Burnout-Prozess zusätzlich verstärken.
Burnout oder etwas anderes?
Hinter Burnout-ähnlichen Beschwerden können auch körperliche oder andere psychische Erkrankungen stehen – zum Beispiel eine Depression, eine Schilddrüsenerkrankung, Schlafstörungen, ein Eisenmangel oder andere medizinische Ursachen.
Wichtig: Wenn Sie über längere Zeit erschöpft sind, schlecht schlafen, sich innerlich leer fühlen, sich zurückziehen oder das Gefühl haben, nicht mehr zu können, nehmen Sie diese Zeichen bitte ernst. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kann körperliche Ursachen abklären und Sie bei Bedarf an eine Psychotherapeutin, einen Psychotherapeuten oder eine psychiatrische Fachärztin weiterverweisen.
Burnout ist nicht nur ein Job-Thema – auch pflegende Angehörige sind gefährdet
Nach der engen Definition der Weltgesundheitsorganisation bezieht sich Burnout auf chronischen Arbeitsstress.
Besonders gefährdet sind Menschen in Berufen, in denen sie viel Verantwortung tragen und dauerhaft mit Not, Leid oder hohen Anforderungen konfrontiert sind: Pflegefachkräfte, Ärzt*innen, Erzieher*innen, Lehrkräfte, Sozialarbeiter*innen, Therapeut*innen, Mitarbeitende im Rettungsdienst und viele andere.
Aber auch außerhalb bezahlter Arbeit können Menschen ausbrennen.
Alleinerziehende Elternteile. Berufstätige, die zusätzlich Angehörige pflegen. Menschen, die sich um schwerkranke Partner*innen, Eltern oder Kinder kümmern. Menschen, die im Familienalltag ständig "mitlaufen", organisieren, trösten, koordinieren, entscheiden und sich selbst dabei immer weiter zurückstellen.
Ob die Belastung bezahlt wird oder nicht, macht für Körper und Nervensystem zunächst keinen grundsätzlichen Unterschied. Dauerstress bleibt Dauerstress.
Und genau das ist für die türkische MBCL-Studie wichtig: Untersucht wurden keine Pflegefachkräfte, sondern pflegende Angehörige. Menschen also, die ihre schwerkranken Familienmitglieder auf einer Palliativstation begleiteten - und zusätzlich pflegerische Aufgaben übernahmen.
Sie waren psychisch gesund, aber bereits deutlich belastet. Viele standen nicht nur "unter Stress", sondern zeigten klare Burnout-Symptome.
Warum Fürsorge für andere erschöpfen kann: Von Empathie zu empathischem Stress
Wenn ein geliebter Mensch schwer krank wird, ist es für viele Angehörige selbstverständlich, da zu sein. Sie wollen helfen, trösten, versorgen, schützen, begleiten.
Das ist menschlich und so kostbar.
Aber ohne Selbstfürsorge und Unterstützung von außen kann genau diese tiefe Verbundenheit erschöpfen.
Der Arzt und Achtsamkeitslehrer Dr. John Schorling beschreibt diesen Mechanismus in einem Interview sehr anschaulich: Menschen in helfenden Berufen beginnen ihre Arbeit meist mit viel Empathie. Sie wollen wirklich verstehen, was andere bewegt, und ihnen helfen.
Empathie ermöglicht es uns, die Gefühle anderer Menschen mitzuerleben und zu verstehen. Wir schwingen emotional mit und spüren etwas von dem, was unser Gegenüber erlebt: Schmerz, Angst, Traurigkeit, Einsamkeit – aber auch Freude. Zugleich können wir uns in die Perspektive des anderen Menschen hineinversetzen und besser verstehen, wie er seine Situation erlebt.
Doch unter Dauerbelastung kann genau diese Fähigkeit zu Schwierigkeiten führen. Wenn wir ständig mit Menschen in Kontakt sind, die leiden, kann die Grenze zwischen unserem eigenen Erleben und dem der anderen Person verschwimmen. Wir identifizieren uns – ungewollt – mit dem Leid der anderen und geraten selbst in Stress.
Aus Empathie wird dann empathischer Stress – und auf Dauer kann sich daraus Erschöpfung entwickeln. Schorling beschreibt das als die "Kosten der Fürsorge".
Das kennen nicht nur pflegende Angehörige. Auch Pflegefachkräfte, Therapeut*innen, Ärzt*innen, Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und viele andere Menschen in helfenden Berufen können in diesen Zustand von Empathie-Stress geraten.
Und dann ist Fürsorge zunehmend von Anspannung, Pflichtgefühl, Angst oder Erschöpfung geprägt.
Menschen denken oder sagen dann Sätze wie:
Ich muss das schaffen.
Ich darf sie jetzt nicht im Stich lassen.
Ich kann mich doch nicht auch noch um mich kümmern.
Und so übergehen sie ihre eigenen Bedürfnisse immer weiter – bis sie irgendwann keine Kraft mehr haben.
Wie Achtsamkeit und Mitgefühl vor dem Ausbrennen schützen können
Achtsamkeit hilft uns, den Moment früher zu bemerken, in dem Empathie in Stress kippt.
Wir können wahrnehmen:
Stockt mein Atem? Wird der Bauch fest? Werde ich innerlich hart, taub oder ungeduldig? Bin ich noch zugewandt - oder funktioniere ich nur noch?
Wenn wir all dies achtsam bemerken, ohne unmittelbar zu reagieren, entsteht dieser kleine und so wichtige Raum für neue Mögllichkeiten.
Dann müssen wir nicht automatisch weitermachen, dichtmachen oder uns selbst antreiben. Wir können – inmitten von allem, wie es gerade ist – innehalten und anerkennen, das die Situation schwierig ist oder schmerzhaft. Wir können uns erlauben, tief durchzuatmen, etwas von der Anspannung gehen zu lassen und die Erde zu spüren, die uns hält. Wir treten aus unserer Reaktivität heraus und erlauben uns, etwas mehr zur Ruhe zu kommen.
Das öffnet die Tür zum Mitgefühl – für uns selbst und andere.
Wir können uns fragen:
Was wäre eine weise und mitfühlende Antwort auf die Situation? Was braucht dieser andere Mensch? Und was brauche ich, um weiter helfen zu können? Was wäre jetzt hilfreich für uns beide?
Vielleicht ist es in einem solchen Moment am hilfreichsten, kurz nach draußen zu gehen, ein paar Mal tief durchzuatmen, die Anspannung gehen zu lassen und etwas zu trinken – oder uns Unterstützung zu holen.
Genau dort beginnt Selbstmitgefühl: indem wir anerkennen, dass Fürsorge schwere Arbeit ist. Dass auch Helfende Grenzen haben. Und dass es nicht egoistisch ist, gut für uns selbst zu sorgen – sondern eine Voraussetzung dafür, mit offenem Herzen für andere da bleiben zu können.
Mitgefühl ist also mehr als Empathie.
Empathie lässt uns mitempfinden und verstehen, wie und warum ein anderer Mensch leidet. Mitgefühl fügt eine wichtige Qualität hinzu: den tiefen Wunsch, Leid zu lindern – auf eine Weise, die auch die eigenen Grenzen achtet.
Mitgefühl fragt: Was wäre jetzt hilfreich? Was braucht dieser Mensch? Und was brauche ich, um präsent sein zu können und mich nicht zu verlieren?
Selbstmitgefühl hilft uns, auf die Warnsignale unseres Körpers nicht mit Abwehr oder Kritik zu reagieren, sondern verständnisvoll und fürsorglich darauf zu antworten:
Nicht: Stell dich nicht so an.
Sondern: Ja. Das ist gerade wirklich viel. Ich darf einen Moment innehalten und pausieren.
Nicht: Ich muss es schaffen.
Sondern: Auch meine Kraft hat Grenzen. Und ich darf Unterstützung brauchen.
Mitgefühl kann also verhindern, dass wir uns im Leid anderer verlieren – was wir umgangssprachlich als „Mitleid“ bezeichnen. Es hilft uns, auch in herausfordernden Momenten verbunden zu bleiben – mit anderen Menschen und mit uns selbst.
Gerade in der Angehörigenpflege ist das eine wichtige Ressource.
🎧 Eine einfache und alltagstaugliche Übung dafür ist der Atemraum mit Selbstmitgefühl, der Ihnen mitten im Alltag einen kleinen Raum für Freundlichkeit und Selbstfürsorge eröffnen kann.

Wie Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Mitgefühl mit anderen helfen können, empathischen Stress zu bemerken und Burnout vorzubeugen
Studie: MBCL hilft pflegenden Angehörigen in der Palliativversorgung
In ihrer 2024 veröffentlichten Studie untersuchte das Forschungsteam um Dilek Kılıç, ob ein MBCL-Kurs pflegende Angehörige von Palliativpatient*innen entlasten kann.
Die zentrale Frage lautete:
Kann MBCL Burnout-Symptome und Pflegebelastung verringern – und Selbstmitgefühl stärken?
Die Studie ist besonders interessant, weil sie in einer extrem belastenden Lebenssituation durchgeführt wurde: Die Teilnehmenden begleiteten schwerkranke Familienmitglieder auf einer Palliativstation im Krankenhaus. Gleichzeitig übernahmen sie pflegerische Aufgaben, die in Deutschland meist von professionellen Pflegefachkräften ausgeführt werden.
MBCL-Kurs über vier Wochen - zweimal pro Woche
An der Studie nahmen 54 pflegende Angehörige teil. Sie waren zwischen 18 und 45 Jahre alt, wurden als psychisch gesund eingestuft, litten aber bereits unter deutlichen Burnout-Symptomen.
Die große Mehrheit der Teilnehmenden waren Frauen. Viele von ihnen versorgten neben der Begleitung und Pflege im Krankenhaus auch noch ihre eigene Familie.
Die Teilnehmenden wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt:
- MBCL-Gruppe: Sie nahmen über vier Wochen zweimal pro Woche an einem MBCL-Kurs teil.
- Kontrollgruppe: Sie nahmen in dieser Zeit nicht am MBCL-Kurs teil und dienten als Vergleichsgruppe.
Der MBCL-Kurs fand in einem Gruppenraum auf der Palliativstation statt. Er bestand aus acht Sitzungen von jeweils 40 Minuten. Inhaltlich orientierten sich die Sitzungen am klassischen 8-wöchigen MBCL-Programm, waren aber deutlich kürzer und kompakter.
Zusätzlich erhielten die Teilnehmenden Audioaufnahmen der MBCL-Übungen, mit denen sie zwischen den Sitzungen selbständig praktizieren konnten.
In den Kurssitzungen lernten sie verschiedene MBCL-Übungen kennen, tauschten sich über ihre Erfahrungen aus und sprachen auch darüber, was es ihnen schwer machte, zuhause Zeit für die Übungen zu finden. Ergänzend wurden theoretische Modelle und Hintergründe zur Mitgefühlspraxis vermittelt.
→ Einen detaillierten Überblick über die Inhalte des achtwöchigen Programms finden Sie im Artikel Mitgefühl üben. Das große Praxisbuch MBCL.
Was wurde gemessen und wann?
Vor Beginn des MBCL-Kurses und nach seinem Abschluss füllten alle Teilnehmenden drei Fragebögen aus.
Erfasst wurde:
- wie stark ihre Burnout-Symptome waren,
- wie belastet sie sich durch die Pflegesituation fühlten,
- wie mitfühlend sie in dieser schwierigen Zeit mit sich selbst umgingen.
Ein Blick ins Detail: Die Fragebögen
Maslach Burnout Inventory (MBI)
Der Maslach Burnout Inventory ist eines der weltweit bekanntesten Instrumente zur Erfassung von Burnout-Symptomen. Es erfasst drei Dimensionen:
- emotionale Erschöpfung (overwhelming exhaustion),
- emotionale Distanziertheit (detachment),
- das Gefühl verringerter persönlicher Wirksamkeit (inefficiacy).
In dieser Studie wurde das MBI genutzt, um zu messen, wie erschöpft und überfordert sich die pflegenden Angehörigen fühlten - und ob der MBCL-Kurs diese Belastung verringern konnte.
Einige Beispielhafte Aussagen: Ich fühle mich durch meine Arbeit emotional erschöpft. Ich habe das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Ich habe das Gefühl, mit meinem Tun nur noch wenig/nichts zu bewirken.
Self-Compassion Scale - Short Form (SCS-SF)
Diese Kurzform des Selbstmitgefühls-Fragebogens misst, wie freundlich, verständnisvoll und unterstützend Menschen sich selbst ein schwierigen Momenten begegnen.
Einige beispielhafte Aussagen: Ich bin geduldig mit mir, wenn ich Schwierigkeiten habe. Ich erinnere mich daran, dass andere Menschen auch Fehler machen und ähnliche Schwierigkeiten haben. Ich versuche, meine Gefühle zu akzeptieren, ohne mich von ihnen mitreißen zu lassen.
Caregiver Burden Scale (CBS)
Die Caregiver Burden Scale erfasst, wie belastend Pflegepersonen ihre Aufgaben erleben.
In der Studie wurde sie genutzt, um zu messen, ob sich die Angehörigen nach dem MBCL-Kurs weniger durch die Pflege ihrer schwerkranken Familienmitglieder belastet fühlten.
Dabei geht es zum Beispiel um Fragen wie: Fühlen Sie sich durch die Pflegeaufgaben überfordert? Fällt es Ihnen schwer, eigene Bedürfnisse zu äußern? Leiden Ihre Beziehungen unter der Pflegesituation?
Wie ging es den pflegenden Angehörigen vor dem MBCL-Kurs?
Schon vor Beginn des Kurses zeigte sich deutlich: Die pflegenden Angehörigen waren erheblich belastet.
Obwohl sie als psychisch gesund eingestuft wurden, litten viele von ihnen bereits unter deutlichen Burnout-Symptomen. Besonders auffällig waren emotionale Erschöpfung und innere Distanziertheit.
Sie waren also nicht einfach nur müde. Sie standen unter einer Belastung, die ihre körperliche und seelische Gesundheit ernsthaft gefährden konnte.
Genau deshalb ist diese Studie so bedeutsam: Sie untersucht MBCL nicht in einer entspannten Lebensphase, sondern mitten in einer Situation, in der Menschen emotional, körperlich und praktisch enorm gefordert sind.
Deutliche Verbesserungen nach dem MBCL-Kurs
Nach vier Wochen zeigten sich in der MBCL-Gruppe deutliche Verbesserungen gegenüber der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass der MBCL-Kurs wirksam war.
⬆️⬆️ Starke positive Veränderungen zeigten sich in folgenden Bereichen:
Deutlich weniger emotionale Erschöpfung:
Die Teilnehmenden fühlten sich nach dem MBCL-Kurs weniger ausgelaugt und überfordert. Sie hatten wieder mehr innere Kraft, obwohl ihre äußere Situation weiterhin schwierig war.
Deutlich weniger emotionale Distanziertheit:
Die Teilnehmenden erlebten weniger innere Abstumpfung und Rückzug. Sie konnten ihren schwerkranken Angehörigen wieder zugewandter und menschlicher begegnen.
Das ist besonders berührend, denn viele Menschen leiden sehr darunter, wenn sie merken, dass sie durch Überlastung innerlich hart oder gleichgültig werden.
Deutlich mehr Gefühl von Wirksamkeit:
Die Teilnehmenden hatten wieder mehr Vertrauen in die eigene Kraft. Sie fühlten sich weniger hilflos und konnten eher wahrnehmen, dass ihr Dasein und ihr Tun einen wertvollen Unterschied machen.
Gerade in der Palliativversorgung ist das wichtig. Denn Angehörige können die Krankheit nicht heilen. Aber sie können begleiten, lindern, da sein, berühren, trösten, zuhören.
Deutlich mehr Selbstmitgefühl:
Die Teilnehmenden gingen nach dem Kurs freundlicher und verständnisvoller mit sich selbst um. Sie konnten eher anerkennen, dass auch ihre Hilfsbereitschaft Grenzen hat. Sie konnten schwierige Gefühle besser achtsam halten, ohne sich darin zu verlieren und fühlten sich weniger allein mit ihren Schwierigkeiten.
Das ist ein zentraler Schutzfaktor vor Burnout: sich in der eigenen Erschöpfung nicht allein zu fühlen und sich selbst mit mehr Verständnis und Fürsorge zu begegnen.
Was hat sich nicht verändert?
Ein Ergebnis ist besonders wichtig: Die empfundene Pflegebelastung verringerte sich nicht deutlich.
Die Teilnehmenden der MBCL-Gruppe fühlten sich nach dem Kurs also nicht weniger durch die Pflegesituation belastet als die Menschen in der Kontrollgruppe.
Auf den ersten Blick könnte das enttäuschend klingen. Aber bei genauerem Hinsehen ist es sehr nachvollziehbar.
Die äußere Situation blieb ja weiterhin extrem belastend. Die Angehörigen begleiteten schwerkranke Menschen am Lebensende - mit allen Unsicherheiten, Ängsten, praktischen Aufgaben und der Trauer, die zu dieser Situation gehören.
Ein vierwöchiger MBCL-Kurs kann diese Realität nicht einfach verändern. Er kann die Krankheit nicht aufhalten. Er kann die Pflegeaufgaben nicht wegnehmen. Er kann die Trauer nicht auslöschen.
Was sich aber veränderte, war die innere Weise, mit dieser Situation umzugehen.
Die äußere Belastung blieb hoch. Aber die Teilnehmenden verloren sich weniger darin. Sie fühlten sie sich weniger erschöpft und weniger innerlich distanziert. Sie erlebten sich als wirksamer in ihrem Bemühen, etwas zum Wohlbefinden ihrer Lieben beizutragen, und begegneten sich selbst mit mehr Mitgefühl, Verständnis und Unterstützung.
Ein MBCL-Kurs kann pflegende Angehörige davor bewahren,
sich im Dauerstress der Fürsorge selbst zu verlieren und auszubrennen.
Was bedeuten die Ergebnisse?
Die Studie zeigt etwas sehr Wichtiges:
Selbstmitgefühl macht eine schwere Situation nicht automatisch leicht. Aber es kann verändern, wie wir dieser Situation innerlich begegnen und mit ihr umgehen.
Gerade pflegende Angehörige haben oft das Gefühl, keine Wahl zu haben. Sie müssen funktionieren. Sie müssen da sein. Sie müssen irgendwie weitermachen.
MBCL lädt zu einer anderen inneren Bewegung ein:
- innehalten,
- wahrnehmen,
- anerkennen, wie schwer es gerade ist,
- und sich selbst nicht aus dem Kreis der mitfühlenden Fürsorge ausschließen.
Das bedeutet nicht, weniger liebevoll für andere da zu sein. Im Gegenteil: Wer sich selbst nicht völlig verliert, kann oft wieder zugewandter, klarer und menschlicher handeln.
Die Studie legt nahe: MBCL kann pflegende Angehörige in einer extrem belastenden Lebenssituation stärken. Es kann Burnout-Symptome verringern und Selbstmitgefühl fördern – auch wenn die äußere Belastung bestehen bleibt.
Die Forschenden vermuten außerdem, dass die Ergebnisse auch für Pflegefachkräfte bedeutsam sein könnten, die schwer kranke und sterbende Menschen begleiten. Das ist plausibel, denn auch sie sind regelmäßig mit Leid, Sterben, Zeitdruck und hoher Verantwortung konfrontiert.
In dieser Studie wurden jedoch pflegende Angehörige untersucht. Deshalb ist es wichtig, die Ergebnisse nicht vorschnell zu verallgemeinern. Sie liefern aber ermutigende Hinweise darauf, dass MBCL auch für Menschen in professionellen Sorgeberufen eine wertvolle Ressource sein könnte.
Fazit: Selbstmitgefühl ist kein Luxus
Die türkische Studie liefert ermutigende Hinweise darauf, dass MBCL pflegende Angehörige in einer extrem belastenden Situation wirksam unterstützen kann.
Nach nur vier Wochen Mitgefühlspraxis fühlten sich die Teilnehmenden weniger erschöpft, weniger innerlich distanziert und wieder wirksamer.
Gleichzeitig entwickelten sie mehr Selbstmitgefühl und achteten mehr auf ihre eigenen Grenzen.
Die Pflegebelastung selbst blieb bestehen. Und genau darin liegt die wichtige Botschaft:
MBCL nimmt Menschen nicht das Leid des Lebens ab. Aber es kann helfen, sich selbst nicht in diesem Leid zu verlieren.
Für pflegende Angehörige, Pflegefachkräfte und andere Menschen, die viel Verantwortung für andere tragen, ist Selbstmitgefühl ein wichtiger Schutzfaktor vor Burnout – und deshalb kein Luxus. Es ist eine Form von innerer Fürsorge, die uns davor schützen kann, auszubrennen.
Ein MBCL-Kurs kann pflegende Angehörige davor bewahren, sich im Dauerstress der Fürsorge selbst zu verlieren.
Oder anders gesagt:
Wenn wir für andere da sein möchten, ist es wirklich wichtig zu lernen, auch für uns selbst da zu sein.
Quellen:
Dieser Artikel ist der zweite Teil einer dreiteiligen Reihe über die wissenschaftlich untersuchten Wirkungen von MBCL. Im ersten Teil ging es darum, wie MBCL bei Selbstkritik und Selbsthass helfen kann.
Vielleicht mögen Sie nach dem Lesen einen Moment innehalten:
Hat Sie etwas berührt?
Haben Sie sich vielleicht irgendwo wiedererkannt?
Gibt es etwas, das Sie für Ihr eigenes Gleichgewicht zwische Selbstfürsorge und Fürsorge für andere mitnehmen?
Wenn Sie möchten, teilen Sie Ihre Gedanken gerne unten in den Kommentaren. Ich freue mich, von Ihnen zu lesen.
Und wenn Sie Mitgefühl nicht nur verstehen, sondern auch üben und verkörpern möchten, sind Sie herzlich in einem meiner Online-MBCL-Kurse willkommen. 🧡
MBCL und Burnout-Prävention – Häufige Fragen
Was sind typische Burnout-Symptome?
Typische Burnout-Symptome sind tiefe Erschöpfung, innere Distanz und das Gefühl verringerter Leistungsfähigkeit.
Viele Betroffene fühlen sich leer, müde und ausgelaugt. Sie ziehen sich innerlich zurück, verlieren Freude und Interesse und haben das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Oft kommen Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, körperliche Beschwerden oder das Gefühl hinzu, den eigenen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein.
Wichtig: Solche Symptome sollten ernst genommen und medizinisch oder psychotherapeutisch abgeklärt werden.
Woran erkenne ich, ob ich gestresst bin oder schon in Richtung Burnout rutsche?
Stress ist oft vorübergehend. Wenn eine Belastung endet und echte Erholung möglich ist, kehren Kraft, Freude und innere Beweglichkeit meist zurück.
Bei Burnout ist die Erschöpfung tiefer und anhaltender. Auch Pausen, Schlaf oder freie Tage reichen dann oft nicht mehr aus, um sich wirklich zu erholen.
Warnzeichen können sein:
- Sie fühlen sich dauerhaft erschöpft.
- Sie schlafen, fühlen sich aber trotzdem nicht erholt.
- Sie reagieren gereizter oder gleichgültiger als früher.
- Sie ziehen sich zurück.
- Sie haben das Gefühl, nur noch zu funktionieren.
- Sie zweifeln zunehmend an sich und Ihrer Leistungsfähigkeit.
- Sie verlieren Freude, Sinn oder Interesse an dem, was Ihnen früher wichtig war.
Achtsamkeit kann helfen, solche Warnzeichen früher wahrzunehmen. Je früher Sie bemerken, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, desto leichter können Sie gegensteuern.
Wenn sie zunächst eine Grundlage in Achtsamkeit entwickeln möchten, kann ein MBSR-Kurs zur Stressbewältigung ein guter erster Schritt sein.
Kann Burnout auch pflegende Angehörige treffen?
Ja. Auch wenn Burnout im ICD-11 eng mit chronischem Arbeitsstress verbunden wird, können Menschen durch unbezahlte Fürsorgearbeit sehr ähnlich erschöpfen.
Pflegende Angehörige leisten oft über lange Zeit sehr viel: organisatorisch, emotional, körperlich und praktisch. Viele tun das zusätzlich zu Beruf, Familie und eigenen Verpflichtungen.
Wenn eigene Bedürfnisse dauerhaft zurückgestellt werden und kaum Erholung möglich ist, kann auch private Fürsorge zu tiefer Erschöpfung führen.
Deshalb brauchen pflegende Angehörige nicht nur Anerkennung, sondern auch konkrete Entlastung, Unterstützung und Räume, in denen sie selbst gehalten werden.
Was ist empathischer Stress?
Empathischer Stress entsteht, wenn wir das Leid anderer Menschen nicht nur verstehen, sondern selbst so stark mitempfinden, dass unser eigenes Nervensystem in Stress gerät.
Das kann besonders dann geschehen, wenn wir dauerhaft mit Menschen in Kontakt sind, die leiden - zum Beispiel in der Pflege, in therapeutischen oder sozialen Berufen oder in der Begleitung schwerkranker Angehöriger.
Empathie ist also nicht das Problem. Sie ist eine wichtige menschliche Fähigkeit. Schwierig wird es, wenn wir im Leid anderer mitschwingen und dabei den Kontakt zu uns selbst verlieren.
Achtsamkeit und Mitgefühl können helfen, diese Dynamik früher zu bemerken und anders damit umzugehen.
Was hilft pflegenden Angehörigen, nicht auszubrennen?
Hilfreich sind vor allem kleine, regelmäßige Formen von Entlastung und Selbstfürsorge.
- Dazu gehören zum Beispiel:
- realistische Pausen,
- ausreichend Schlaf,
- regelmäßiges Essen,
- Bewegung,
- Gespräche mit unterstützenden Menschen,
- praktische Hilfe durch Familie, Freund*innen oder professionelle Dienste,
- klare Grenzen,
- ärztliche oder therapeutische Unterstützung, wenn die Belastung zu groß wird,
- Achtsamkeits- und Mitgefühlspraxis.
Wichtig ist: Selbstfürsorge ist nicht egoistisch. Sie ist eine Voraussetzung dafür, langfristig fürsorglich bleiben zu können.
Wie können Achtsamkeit und Selbstmitgefühl Burnout vorbeugen?
Bei Burnout und chronischer Erschöpfung hilft Achtsamkeit, den Moment früher zu bemerken, in dem Empathie in Stress kippt.
Wir nehmen Anspannung, Erschöpfung und Gereiztheit wahr, den Schlafmangel, den Impuls zum Rückzug und/oder das Gefühl, ständig getrieben zu sein.
Selbstmitgefühl hilft, auf diese Signale verständnisvoll und unterstützend zu antworten.
Statt uns in schwierigen Situationen noch zusätzlich zu kritisieren, können wir lernen, innerlich innezuhalten und uns zu fragen:
Was brauche ich gerade?
Was würde mir jetzt helfen?
Welche Grenze muss ich ernst nehmen?
Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?
So entsteht ein anderer Umgang mit Belastung: weniger Druck, weniger Selbstverurteilung, mehr innere Klarheit und mehr Fürsorge.
Reichen Achtsamkeit und (Selbst-)Mitgefühl aus, um Burnout zu verhindern?
Nein. Achtsamkeit und Mitgefühl können helfen, Warnsignale früher wahrzunehmen, das Nervensystem zu regulieren und freundlicher mit sich selbst umzugehen. Sie ersetzen aber keine Veränderung der Bedingungen, die zur Erschöpfung führen.
Wenn Menschen dauerhaft zu viel leisten müssen, zu wenig Unterstützung bekommen oder unter Strukturen arbeiten, die sie systematisch überfordern, reicht es nicht, nur „resilienter“ zu werden. Dann braucht es auch konkrete äußere Veränderungen: Entlastung, Unterstützung, Grenzen, andere Aufgabenverteilung oder professionelle Hilfe.
MBCL ist deshalb kein Training, um noch besser zu funktionieren. Es kann helfen, klarer zu sehen, was wirklich notwendig ist - und sich selbst dabei mit mehr Freundlichkeit, Mut und Fürsorge zu begleiten.
Kann MBCL einen Burnout behandeln?
MBCL ist kein Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Wenn Sie schwer erschöpft sind, depressive Symptome haben, kaum noch schlafen, nicht mehr arbeiten können oder Suizidgedanken haben, brauchen Sie professionelle Unterstützung.
Ein MBCL-Kurs kann aber in geeigneten Situationen eine wertvolle Ergänzung sein - besonders zur Burnout-Prävention, zur Stärkung von Selbstmitgefühl und zum achtsameren Umgang mit Belastung.
Ob MBCL für Sie gerade passend ist, hängt von Ihrer aktuellen Stabilität, Ihrer Erfahrung mit Achtsamkeit und Ihrer Lebenssituation ab.
Für wen ist ein MBCL-Kurs bei starker Erschöpfung nicht geeignet?
MBCL ist ein wirksames Programm zur Vertiefung von Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Mitgefühl. Es ist aber nicht in jeder Situation das Richtige.
Von einer Teilnahme rate ich eher ab, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:
- Sie haben noch keine oder nur sehr wenig Erfahrung mit Achtsamkeit.
- Sie befinden sich in einer akuten psychischen Krise.
- Sie leiden unter schwerer Depression, akuter Suizidalität, Psychose, Schizophrenie oder starker emotionaler Instabilität.
- Sie befinden sich in einer akuten Lebenskrise oder haben vor Kurzem einen nahestehenden Menschen verloren.
- Sie leben mit einem schweren, noch nicht ausreichend verarbeiteten Trauma.
- Sie sind akut suchterkrankt.
- Sie haben eine akute schwere körperliche Erkrankung.
In solchen Situationen sind andere therapeutische oder medizinische Maßnahmen vorrangig. Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an info@achtsamkeit-willms.de, wenn Sie unsicher sind, ob ein Kurs zum jetzigen Zeitpunkt das Richtige für Sie ist. Ich unterstütze Sie gerne bei Ihren Überlegungen.
Was ist MBCL - und worin unterscheidet es sich von MBSR?
MBCL steht für Mindfulness-Based Compassionate Living - auf Deutsch etwa: achtsamkeitsbasiertes Mitgefühlstraining.
MBCL knüpft an einen grundlegenden Achtsamkeitskurs wie MBSR oder MBCT an. Während MBSR vor allem Achtsamkeit, Stressbewältigung und Präsenz stärkt, vertieft MBCL diese Praxis durch die systematische Übung von Selbstmitgefühl und Mitgefühl mit anderen.
Im MBCL lernen Sie, sich selbst und anderen in schwierigen Momenten mit mehr Herzenswärme, Freundlichkeit und Verständnis zu begegnen.