
MBCL – Mitgefühlstraining für Menschen mit Achtsamkeitserfahrung
Vielleicht kennen Sie das: Sie praktizieren bereits Achtsamkeit – und trotzdem gibt es diese Momente, in denen sich die vertraute Stimme der inneren Kritikerin meldet. Vielleicht machen Sie sich Vorwürfe. Vielleicht sind Erschöpfung, Traurigkeit oder Scham da.
Sie bemerken genau, was geschieht – und können sich doch nicht freundlich begegnen.
MBCL – Mindfulness-Based Compassionate Living – setzt genau hier an.
Es ist ein achtsamkeitsbasiertes Mitgefühlstraining für Menschen, die bereits Achtsamkeitserfahrung haben und ihre Praxis durch Selbstmitgefühl und Mitgefühl für andere vertiefen möchten.
Im MBCL-Kurs üben Sie, sich selbst und anderen in schwierigen Momenten mit mehr Verständnis, Freundlichkeit und Fürsorge zu begegnen – nicht als Idee, sondern als verkörperte innere Haltung.
Sie lernen, mit Stress, Selbstkritik, schwierigen Gefühlen und belastenden Lebenssituationen auf eine heilsamere Weise umzugehen. So kann nach und nach mehr Wärme, Geborgenheit, Akzeptanz und Verbundenheit entstehen – mit sich selbst, mit anderen Menschen und der Mitwelt.
MBCL ist besonders geeignet, wenn Sie bereits an einem MBSR-, MBCT- oder vergleichbaren Achtsamkeitskurs teilgenommen haben und Ihre Praxis vertiefen möchten.
→ Zu den Online MBCL-Kursen
→ Zum MBCL-Kompaktkurs am Benediktushof (bei Würzburg)
→ Zum MBCL-Retreat im Rosenwaldhof (bei Berlin)
→ MBCL-Übung Atemraum mit Freundlichkeit hören
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist MBCL?
2. Was ist Mitgefühl?
3. Warum ein Mitgefühlstraining nach MBSR?
4. Für wen ist ein MBCL-Kurs geeignet?
5. Der MBCL-Kurs im Überblick
6. Verschiedene MBCL-Kursformate
7. Aktuelle Termine
8. Wie wirkt Selbstmitgefühl?
9. Studien zur Wirkungsweise von MBCL
10. MBCL erleben: Atemraum mit Freundlichkeit
11. Häufige Fragen zu MBCL
12. Weiterführende Informationen zu Mitgefühl und MBCL
Was ist MBCL?
MBCL ist die Abkürzung für Mindfulness-Based Compassionate Living. Auf Deutsch lässt sich das ungefähr übersetzen mit: achtsam und mitfühlend leben.
Das Programm wurde 2007 von meinen niederländischen Kollegen Dr. med. Erik van den Brink und Frits Koster entwickelt. Es verbindet Achtsamkeitspraxis, Mitgefühlspraxis, moderne Psychologie und wissenschaftliche Erkenntnisse über die heilsame Wirkung von Mitgefühl.
MBCL ist als Vertiefungskurs nach MBSR, MBCT oder einem vergleichbaren Achtsamkeitstraining gedacht. Während im MBSR die Entwicklung von Achtsamkeit im Mittelpunkt steht, richtet MBCL den Fokus besonders auf Selbstmitgefühl, Mitgefühl für andere und die Fähigkeit, herausfordernden Erfahrungen mit Wärme und innerer Stabilität zu begegnen.
MBCL verbindet Achtsamkeit und Mitgefühl zu einer Praxis, die nicht nur Ruhe und Klarheit fördert, sondern auch Wärme, Fürsorge und Verbundenheit stärkt. So kann Ihre Praxis mehr und mehr im Alltag wirksam werden – besonders in Momenten von Stress, Selbstkritik und innerer Härte.
Ich unterrichte MBCL seit vielen Jahren und begleite auch Kolleg*innen in der MBCL-Weiterbildung. Was ich an diesem Programm besonders schätze: Es bleibt nicht bei einem freundlichen Gedanken – so wertvoll er auch ist. Es zeigt Wege auf, wie wir Selbstmitgefühl und Mitgefühl für andere spüren, verkörpern und Schritt für Schritt mehr in unserem Alltag leben können.
Was ist Mitgefühl?
Im MBCL arbeiten wir mit einer Definition des klinischen Psychologen Paul Gilbert:
Mitgefühl ist die Fähigkeit, für unser eigenes Leid und das anderer empfindsam zu sein, und ist verbunden mit dem Wunsch und der Bereitschaft aktiv etwas zu tun, um dieses Leid zu lindern oder zu verhindern.
Mitgefühl bedeutet also nicht, im Leid zu versinken. Es bedeutet auch nicht, alles gutzuheißen oder sich selbst zu vergessen.
Mitgefühl hat zwei Seiten:
Mitgefühl nimmt wahr, was schwierig ist
Wenn wir mitfühlend sind, wenden wir uns bewusst dem zu, was schmerzt – in uns selbst oder in anderen. Wir lassen uns berühren und nehmen wahr: Da ist Stress. Da ist Angst. Da ist Erschöpfung. Da ist Traurigkeit. Da ist vielleicht auch Scham oder Selbstkritik.
Achtsamkeit hilft uns, mit diesen Erfahrungen. auf ruhige Weise präsent zu bleiben, ohne sie sofort abwehren zu müssen oder von ihnen überwältigt zu werden. So können wir auf einer tieferen Ebene verstehen, wie es uns selbst oder anderen geht.
Wir erkennen Leid als etwas, das zu unserem menschlichen Dasein dazugehört und uns mit allen Wesen verbindet. Wir sind nicht alleine damit. Das hilft, unser Herz offen zu halten und Wärme und Verbundenheit zu spüren.
Mitgefühl antwortet mit Fürsorge
Mitgefühl bleibt nicht beim Wahrnehmen stehen. Es ist verbunden mit dem tiefen Wunsch, Leid zu lindern oder zu verhindern. Es fragt:
Was wäre jetzt hilfreich?
Was braucht dieser andere Mensch?
Was brauche ich selbst in diesem Moment?
Manchmal ist die Antwort ganz konkret: eine Pause, ein Gespräch, das Setzen einer Grenze oder eine hilfreiche Handlung. Manchmal besteht die mitfühlende Antwort auch darin, inmitten von allem präsent zu bleiben – und uns selbst oder anderen innerlich etwas Unterstützendes oder Tröstliches zu wünschen.
Wenn wir es so verstehen, ist Mitgefühl keine Schwäche. Es ist eine Kraft. Eine Kraft, die uns in herausfordernden Situationen hilft, mit offenem Herzen handlungsfähig zu bleiben.
Selbstmitgefühl und Mitgefühl für andere gehören zusammen
Im Alltag trennen wir oft zwischen Selbstmitgefühl und Mitgefühl für andere. Die Mitgefühlsdefinition oben zeigt: Im MBCL betrachten wir beides als eng miteinander verbunden.
Wenn wir nur für andere da sind und uns selbst vergessen, erschöpfen wir leicht. Wenn wir nur um uns selbst drehen, verlieren wir die Verbindung zu anderen und zu unserer Mitwelt.
Mitgefühl sucht einen lebendigen Weg dazwischen.
Im MBCL üben Sie deshalb Selbstmitgefühl und Mitgefühl für andere. Sie erkunden, wie Sie gut für sich sorgen können – und wie genau daraus die innere Freiheit entsteht, auch anderen Menschen, Tieren, der Natur und unserer Erde mit Wärme, Klarheit und Fürsorge zu begegnen.
Mitgefühl ist unsere fürsorgliche, menschliche Antwort auf Leiden. Ein mitfühlendes Herz ist nicht-wertend und erkennt alles Leiden als unserer Zuneigung wert: sei es unser eigenes Leiden oder das anderer.
– Sharon Salzberg
Warum ein Mitgefühlstraining nach MBSR?
In einem MBSR-Kurs lernen Sie, Ihre Erfahrungen achtsam wahrzunehmen: Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, automatische Reaktionen. Sie üben, innezuhalten und dem Fluss der Erfahrungen im gegenwärtigen Moment mit Offenheit und Interesse zu begegnen – ohne unmittelbar und vorschnell darauf zu reagieren. Dies ist ein Akt von Freundlichkeit sich selbst gegenüber und eröffnet den Raum für eine heilsame Antwort.
Viele Menschen in meinen MBSR-Kursen berichten im Verlauf des Kurses davon, wie viel sanfter, freundlicher und wohlwollender sie mit sich und anderen umgehen. Und das wiederum trägt zu mehr Gesundheit, Ruhe und Frieden in ihrem Leben bei.
Und dennoch kann es auch Bereiche von innerer Härte geben, die – wie große Eisblöcke – noch mehr Wärme brauchen, um zu schmelzen.
Vielleicht bemerken Sie nach einem MBSR-Kurs:
- Sie nehmen diese selbstkritische innere Stimme schneller wahr – aber sie ist noch immer laut.
- Sie erkennen Ihre Stressmuster – können sich in schwierigen Momenten aber nur schwer daraus lösen.
- Sie möchten freundlicher und verzeihlicher mit sich umgehen – fühlen diese Qualitäten aber nicht so richtig.
Genau dafür wurde MBCL entwickelt.
Das Mitgefühlstraining unterstützt Sie dabei, Ihre Achtsamkeit zu vertiefen und eine freundlichere, warmherzigere und fürsorglichere Beziehung zu sich selbst, anderen Menschen und unserer nicht-menschlichen-Mitwelt zu entwickeln.
Für wen ist ein MBCL-Kurs geeignet?
Ein MBCL-Kurs ist geeignet für Menschen, die bereits Erfahrung mit Achtsamkeit haben und ihre Praxis vertiefen möchten.
Besonders hilfreich kann MBCL sein, wenn Sie sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiedererkennen:
- Sie haben an einem MBSR-, MBCT-, MBRP- oder Breathworks-Kurs teilgenommen oder haben eine längere Zen- oder Kontemplationspraxis.
- Sie merken, dass Achtsamkeit Ihnen hilft – aber alte Muster von Selbstkritik, Härte oder Überforderung tauchen trotzdem immer wieder auf.
- Sie suchen nach einer besseren Balance zwischen Selbstfürsorge und Fürsorge für andere.
- Sie möchten nicht nur achtsamer, sondern auch freundlicher, warmherziger und mitfühlender mit sich und anderen umgehen lernen.
- Sie möchten Achtsamkeit und (Selbst-)Mitgefühl tiefer in Ihrem Alltag einfließen lassen.
- Sie wünschen sich mehr Verbundenheit mit sich selbst, anderen, der Natur und unserer Erde.
MBCL richtet sich nicht nur an Privatpersonen. Auch MBSR- und MBCT-Lehrende, Therapeut*innen Berater*innen, Coaches und andere Fachkräfte erleben den Kurs oft als wertvolle Vertiefung ihrer persönlichen und beruflichen Praxis.
Der MBCL-Kurs im Überblick
Ein MBCL-Kurs ist erfahrungsorientiert. Das bedeutet: Sie lernen Mitgefühl nicht nur theoretisch kennen, sondern kultivieren Schritt für Schritt eine innere Haltung von Freundlichkeit, Mitgefühl, (Mit-)Freude und Gelassenheit.
In den Kurseinheiten erwarten Sie geleitete Meditationen, Körper- und Vorstellungsübungen, achtsamer Austausch, kurze theoretische Impulse und Inspiration für den Alltag.
Sie erhalten Audioaufnahmen aller MBCL-Übungen und ein begleitendes Kurshandbuch, damit Sie zwischen den Terminen weiter üben können. Denn wie bei MBSR entsteht die eigentliche Veränderung nicht durch Wissen, sondern die wiederholte Erfahrung.
Struktur eines MBCL 8-Wochen-Kurses
- 8 Kurseinheiten von jeweils 3 Stunden
- Übungstag zur Vertiefung Ihrer Mitgefühlspraxis
- ein individuelles Vorgespräch
- Audioaufnahmen und Kurshandbuch für die Praxis zu Hause (30-45 Minuten täglich)
- regelmäßiges Üben zwischen den Kurseinheiten
- optionales Reflexionsgespräch nach Kursende
Inhalte im MBCL-Kurs
Im MBCL erleben Sie
- geleitete Meditationen, z.B. Freundlichkeitsmeditation, Mitfühlendes Atmen, Freundlichkeit für den Körper
- Vorstellungsübungen, z.B. Ein sicherer Ort, Ein mitfühlendes Wesen, Mitgefühl verkörpern
- Übungen für den mitfühlenden Umgang mit schwierigen Gefühlen und inneren Mustern, z.B. Mitfühlend mit Widerstand, Verlangen und inneren Mustern umgehen, Verzeihen
- alltagstaugliche Übungen für herausfordernde Situationen, z.B. Atemraum mit Selbstmitgefühl
- Reflexions- und Tagebuchübungen für den Transfer in den Alltag
- theoretische Impulse zu den Hintergründen und Wirkungen der Mitgefühlspraxis
- achtsamen Austausch in der Gruppe und in Kleingruppen
Dabei geht es nie darum, “immer” freundlich, ruhig oder gelassen zu sein. Es geht darum, sich selbst und anderen auch in schwierigen Momenten mit mehr Bewusstheit, Herzenswärme und Fürsorge und Unterstützung zu begegnen.
→ Eine detaillierte Beschreibung aller Kursinhalte finden Sie im Artikel Mitgefühl üben. Das große Praxisbuch MBCL
Verschiedene MBCL-Kursformate
Sie können MBCL in unterschiedlichen Formaten kennenlernen und vertiefen. Alle Angebote richten sich an Menschen mit Achtsamkeitserfahrung.
Welches Format passend ist, hängt davon ab, ob Sie MBCL Schritt für Schritt in Ihren Alltag integrieren, sich einige Tage intensiv der Mitgefühlspraxis widmen oder MBCL in einem Retreat vertiefen möchten.
Online MBCL 8-Wochen-Kurs
Der 8-Wochen-Kurs eignet sich besonders, wenn Sie MBCL Schritt für Schritt in Ihren Alltag integrieren möchten. Zwischen den Terminen bleibt Zeit zum Üben, Erleben und Reflektieren.
→ Online MBCL 8-Wochen-Kurs: Selbstmitgefühl und Mitgefühl üben
MBCL-Kompaktkurs in Präsenz am Benediktushof
Der MBCL-Kompaktkurs am Benediktushof bietet einen intensiven Einstieg in die zentralen Übungen und Themen des MBCL. Er eignet sich, wenn Sie sich einige Tage bewusst Zeit für die Mitgefühlspraxis nehmen möchten – in Präsenz, an einem ruhigen Ort und gemeinsam mit anderen Menschen mit Achtsamkeitserfahrung.
Online-MBCL-Kompaktkurs für MBI-Lehrende und Fachkräfte
Der Online-MBCL-Kompaktkurs richtet sich besonders an Lehrende achtsamkeitsbasierter Verfahren, zum Beispiel MBSR-, MBCT-, Breathworks/MBPM- oder MSC-Lehrende, sowie an (Psycho-)Therapeut*innen, Coaches, Lehrer*innen und andere Fachkräfte, die achtsamkeitsbasiert mit Menschen arbeiten. Menschen in Ausbildung zum/zur MBSR-Lehrer*in sind ebenfalls herzlich willkommen.
MBCL-Retreat
Das MBCL-Retreat ermöglicht ein besonders intensives Kennenlernen oder Vertiefen der Mitgefühlspraxis. Es richtet sich vor allem an Menschen mit Achtsamkeitserfahrung sowie an Kolleg*innen aus achtsamkeitsbasierten, therapeutischen oder beratenden Arbeitsfeldern.
→ MBCL-Retreat: Mitgefühlspraxis in Stille vertiefen
Wenn Sie MBSR, MBCT oder ein anderes achtsamkeitsbasiertes Verfahren unterrichten, kann die Teilnahme an einem MBCL-Kurs zugleich ein Schritt auf dem Weg zur MBCL-Weiterbildung sein.
Wenn Sie unsicher sind, welches Format für Sie passend ist, schreiben Sie mir gern.
Aktuelle Termine
Online MBCL-8-Wochen-Kurs: ab 14. September 2026
MBCL-Kompaktkurs am Benediktushof: 04.-07. Oktober 2026
MBCL-Retreat in der Nähe von Berlin: 23.-28. Februar 2027
Wie wirkt Selbstmitgefühl?
Selbstmitgefühl bedeutet, sich selbst in schwierigen Momenten nicht zusätzlich zu verurteilen, sondern sich mit Freundlichkeit, Verständnis und Fürsorge zu begegnen.
Das klingt einfach, ist aber oft sehr ungewohnt.
Viele Menschen sind sehr geübt darin, sich anzutreiben, zu kritisieren oder zu überfordern. Selbstmitgefühl lädt zu einer anderen Antwort ein: innehalten, wahrnehmen, anerkennen, dass es gerade schwierig ist – und sich selbst dann nicht im Stich lassen.
Studien weisen darauf hin, dass Selbstmitgefühl mit weniger Stress, Angst, Depression, Grübeln und Selbstkritik verbunden ist. Gleichzeitig kann es emotionales Wohlbefinden, Resilienz, Selbstachtung, Beziehungsfähigkeit und Lebenszufriedenheit stärken.
Im MBCL wird Selbstmitgefühl nicht als „positive Einstellung“ verstanden, sondern als konkrete, gelebte Praxis. Sie üben, sich selbst in schwierigen Momenten so zu begegnen, wie Sie einem geliebten Menschen begegnen würden: freundlich, verständnisvoll und unterstützend.
→ Mehr zum Thema Selbstmitgefühl und zur Übung Atemraum mit Selbstmitgefühl
Studien zur Wirkungsweise von MBCL
Im MBCL entwickeln Sie Mitgefühl für sich selbst und andere. Dadurch kann sich Ihre innere Haltung verändern – besonders im Umgang mit Stress, Selbstkritik, belastenden Gefühlen und schwierigen Lebenssituationen.
Mehrere wissenschaftliche Studien, darunter randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), weisen darauf hin, dass MBCL positive Veränderungen unterstützen kann.
Wirkungen von MBCL im Überblick
MBCL kann dazu beitragen,
- Achtsamkeit zu vertiefen, Selbstmitgefühl zu stärken und Resilienz und Lebensqualität zu fördern
- Selbstkritik und Selbsthass zu verringern, Stress, depressive Symptome, Ängste und Burnout-Belastung zu reduzieren
Dabei ist MBCL kein Versprechen, dass Schwierigkeiten verschwinden. Vielmehr unterstützt es Sie dabei, eine heilsamere Beziehung mit ihnen zu entwickeln.
Wenn Sie mehr über die Forschung zu MBCL erfahren möchten, finden Sie hier zwei vertiefende Artikel:
→ Selbstkritik und Selbsthass überwinden – so hilft ein Online-MBCL-Kurs
→ Burnout-Prävention mit MBCL: Wie Mitgefühl pflegende Angehörige stärkt
MBCL erleben: Atemraum mit Freundlichkeit
Manchmal ist es hilfreicher, eine Übung direkt zu erleben, als lange darüber zu lesen.
Der Atemraum mit Freundlichkeit ist eine kurze Übung aus dem MBCL-Programm. Sie kann Sie im Alltag unterstützen, Freundlichkeit für den Menschen zu entwickeln, mit dem Sie am allermeisten zu tun haben: für Sie selbst.
Die Übung besteht aus drei Schritten:
- Einen Moment innehalten und wahrnehmen, wie es Ihnen gerade geht.
- Sanftheit und Entspannung Raum geben, wenn Sie Anspannung wahrnehmen.
- Sich selbst einen freundlichen Wunsch anbieten, der jetzt gut passt.
Nutzen Sie die Aufnahme gerne, um einen ersten Geschmack von MBCL zu bekommen – oder um Ihre bestehende Praxis zu vertiefen. Durch das Üben werden Sie sich im Alltag leichter daran erinnern, sich warmherzig und freundlich zu begegnen! 🧡

Atemraum mit Freundlichkeit (15 Minuten)
Häufige Fragen zu MBCL
Was lerne ich im MBCL-Kurs?
Im MBCL-Kurs lernen Sie, eine mitfühlende innere Haltung sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln und zu vertiefen.
Dazu gehören praktische Übungen, achtsamer Austausch, Reflexionen und kurze theoretische Impulse. Sie üben, heilsamer mit Stress, Selbstkritik, schwierigen Gefühlen und belastenden Situationen umzugehen.
Welche Übungen gibt es im MBCL-Kurs?
Im MBCL-Kurs lernen Sie verschiedene achtsamkeitsbasierte Mitgefühlsübungen kennen, unter anderem:
- Freundlichkeitsmeditation
- Mitfühlendes Atmen
- Ein sicherer Ort
- Ein mitfühlendes Wesen
- Mitgefühl verkörpern
- Atemraum mit Freundlichkeit
- Bodyscan mit Dankbarkeit
- Übungen für den mitfühlenden Umgang mit Widerstand, Verlangen, inneren Mustern und Groll
- Reflexions- und Tagebuchübungen
- Übungen für den Transfer in den Alltag
Eine detaillierte Beschreibung aller Übungen und Inhalte finden Sie im Artikel Mitgefühl üben. Das große Praxisbuch MBCL
Brauche ich Vorerfahrungen mit Achtsamkeit?
Ja. MBCL ist als Vertiefungskurs gedacht.
Eine gute Grundlage ist die Teilnahme an einem MBSR-, MBCT-, MBRP- oder Breathworks-Kurs. Auch eine regelmäßige Zen- oder Kontemplationspraxis kann eine passende Voraussetzung sein.
Wenn Sie noch keine Achtsamkeitserfahrung haben, ist ein MBSR-Kurs meist der bessere Einstieg.
Was ist der Unterschied zwischen MBSR und MBCL?
MBSR ist ein Grundkurs zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Im MBSR lernen Sie, Ihre Erfahrungen bewusster wahrzunehmen und anders mit Stress, Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen umzugehen.
MBCL baut auf dieser Grundlage auf. Der Schwerpunkt liegt auf Selbstmitgefühl, Mitgefühl für andere und dem Umgang mit Selbstkritik, innerer Härte und schwierigen Gefühlen.
Kurz gesagt:
MBSR stärkt die Achtsamkeit. MBCL vertieft Achtsamkeit durch Mitgefühl.
Was ist der Unterschied zwischen MBCL und MSC?
MBCL und MSC sind beides achtsamkeitsbasierte Mitgefühlstrainings.
Ein wichtiger Unterschied: MBCL ist als Aufbaukurs für Menschen mit Achtsamkeitserfahrung konzipiert. MSC kann auch ohne Vorerfahrung besucht werden.
Außerdem richtet MBCL den Blick gleichermaßen auf Selbstmitgefühl und Mitgefühl für andere. Im MSC liegt der Schwerpunkt stärker auf Selbstmitgefühl.
Beide Programme sind wertvoll. Welches Programm besser passt, hängt von Ihrer Vorerfahrung, Ihrer aktuellen Situation und Ihrem persönlichen Zugang ab.
Ist ein MBCL für Menschen mit chronischen Schmerzen geeignet?
Ja, MBCL kann für Menschen mit chronischen Schmerzen unterstützend sein.
Die Übungen nehmen die Schmerzen nicht einfach weg. Sie können aber dabei helfen, weniger mit den Schmerzen und den damit verbundenen Gefühlen zu kämpfen und ihnen freundlicher zu begegnen. Dadurch kann sich Ihre Lebensqualität wahrnehmbar verbessern.
In den Kurssitzungen haben Sie immer die Freiheit, Ihre Körperhaltung frei zu wählen und zwischendurch auch anzupassen. Das ist dann keine “Störung” der Übung, sondern gelebtes Selbstmitgefühl.
Wann ist ein MBCL-Kurs nicht geeignet?
MBCL ist kein Ersatz für psychotherapeutische oder medizinische Behandlung.
Eine Teilnahme ist meist nicht geeignet, wenn Sie sich gerade in einer akuten psychischen Krise befinden, unter akuter Suizidalität, Psychose, akuter Suchterkrankung oder einer schweren, nicht ausreichend behandelten körperlichen Erkrankung leiden.
Auch kurz nach einem schweren Verlust oder bei unverarbeitetem Trauma kann es sinnvoll sein, zunächst andere Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Wenn Sie unsicher sind, ob MBCL zum jetzigen Zeitpunkt passend ist, schreiben Sie mir gern. Dann können wir gemeinsam klären, was im Moment hilfreich und verantwortungsvoll ist.
Wie ist MBCL entstanden?
MBCL wurde 2007 in den Niederlanden von Dr. med. Erik van den Brink und Frits Koster entwickelt.
Beide unterrichteten über viele Jahre MBSR und MBCT. Dabei zeigte sich immer wieder: Viele Teilnehmende profitierten sehr von der Achtsamkeitspraxis – wünschten sich aber zusätzliche Unterstützung im Umgang mit Selbstkritik, belastenden inneren Mustern und der Balance zwischen Selbstfürsorge und Fürsorge für andere.
Aus dieser Erfahrung heraus entstand MBCL als vertiefendes Mitgefühlstraining nach einem Achtsamkeitskurs.
Das Programm verbindet buddhistische Psychologie, westliche Psychologie, achtsamkeitsbasierte Praxis, Compassion Focused Therapy und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung von Mitgefühl.
Wie werde ich MBCL-Lehrer*in?
Der Weg zur MBCL-Lehrer*in beginnt mit einer MBCL-Einführung. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- einen 8-wöchigen MBCL-Kurs
- einen 3-tägigen MBCL-Kompaktkurs in Präsenz oder online
- ein 6-tägiges MBCL-Retreat
Nach der Einführung in MBCL können Sie an der MBCL-Weiterbildung teilnehmen. Diese richtet sich an zertifizierte Achtsamkeitslehrende und Fachkräfte aus helfenden Berufen mit eigener Achtsamkeitspraxis.
Wenn Sie nach einer MBCL-Ausbildung suchen: Im deutschsprachigen Raum sprechen wir meist von MBCL-Weiterbildung, weil sie sich an Menschen richtet, die bereits eine fundierte fachliche und achtsamkeitsbasierte Grundlage mitbringen.
Nach der Weiterbildung folgt für Achtsamkeitslehrende ein supervidierter MBCL-Zertifizierungskurs. Anschließend erhalten Sie ein Zertifikat und den Eintrag in das internationale MBCL-Register (LINK: https://www.mbcl-international.net/de/mbcl-lehrer/
→ MBCL-Weiterbildung für Achtsamkeitslehrende und Fachkräfte
Von welchen internationalen Verbänden ist MBCL anerkannt?
MBCL ist internationals als weiterführendes Achtsamkeitsprogramm nach MBSR, MBCT oder einem vergleichbaren Training anerkannt.
Es wird unter andem von Fachverbänden wie der British Association of Mindfulness-Based Approaches, der Vereniging Mindfulness Based Trainers Nederland und der eamba Earth Alliance of Mindfulness-Based Associoations als Follow-up-Programm geführt.
Weiterführende Informationen rund um MBCL & Mitgefühl
Wenn Sie mehr über MBCL, Mitgefühl und die wissenschaftlichen Hintergründe erfahren möchten, finden Sie hier weiterführende Informationen:
→ Internationale MBCL-Website
→ Mitgefühl in Alltag und Forschung
→ 3sat: Die dunkle Seite der Empathie
→ Blogartikel zu MBCL, Selbstmitgefühl und Mitgefühl im Alltag
Blog

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